Kindertagesstätte "Sonnenschein"
  Kinder sind wie Schmetterlinge im Wind...

Pflasterführerschein


Die Anzahl der Ersthelfer zu erhöhen und in der Bevölkerung die Hilfsbereitschaft zu verstärken, dies sind elementare Ziele des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) und der Arbeiter-Samariter-Jugend (ASJ). Dabei ist es sinnvoll, bereits bei den jüngsten Mitgliedern unserer Gesellschaft zu beginnen. Denn jeder Mensch kann Erste Hilfe lernen, und zwar schon ab dem Kindergartenalter. Hinzu kommt, dass gerade junge Menschen in der Regel keine Scheu haben, anderen zu helfen. Hier gilt es anzusetzen und Hemmungen erst gar nicht aufkommen zu lassen.

Mit Methodenordner ,,Erste Hilfe für Kita-Kinder" von ASB und ASJ stehen den pädagogischen Fachkräften Materialien zur Verfügung, um Kindern zwischen vier und sechs Jahren die Erste Hilfe altersgerecht zu vermitteln. So lernen die Kindergartenkinder zum Beispiel spielerisch, beim Absetzen eines Notruf's den Notfallort zu nennen oder zu beschreiben. Zur Ersten Hilfe gehört auch das Verhindern von Unfällen und Verletzungen. Deshalb enthält der Ordner außerdem Anleitungen zu den Themen Körperwahrnehmung und Gefahrenprävention. Die Methoden, Kurzspiele und illustrierten Geschichten von ,,Arnold dem Rettungsbären" werden in kleinen Einheiten in den Alltag einer Kindertagesstätte eingebunden. Ziel ist es, den Kindern einige Grundlagen der Ersten Hilfe wie richtiges Verhalten bei Verbrennungen oder Schnittwunden sowie das Anlegen von einfachen Pflasterverbänden und die fünf Themen des Notrufs zu vermitteln.

Höhepunkt der Themeneinheiten oder einer Projektwoche soll schließlich die Überreichung des Pflasterführerscheins sein, wobei die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kitas die Prüfungsanforderungen" natürlich an das Alter und den Entwicklungsstand der Kinder anpassen sollten. Denn Erste Hilfe soll den Kindern vor allem Spaß machen. Nur so frischen sie später als Erwachsene ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßig auf, um ihren Mitmenschen kompetent helfen zu können.


1. Abschnitt Körperwahrnehmung

Fühlen und Haut kennenlernen

In dieser Einheit wird vor allem das Fühlen und somit eine der wichtigsten Funktionen der Haut bearbeitet. Hierbei sollen die Kinder die Sensibilität der Haut kennenlernen. Indem Kinder für die
Sensibilität ihrer Haut geschult werden, lernen sie zugleich, sich besser einzuschätzen, und können sich besser vor den Gefahren des Alltags schützen. Damit Kinder die Funktion des "Fühlens" möglichst vielseitig kennenlernen, gibt es in dieser Einheit eine Stationsarbeit, die die Kinder das Fühlen auf vielfältige Weise erleben lässt.

"Mitte belegen"
                       


Ein Kind legt sich in die Mitte auf eine Decke und schließt die Augen. Danach legen zwei Kinder zunächst einzelne Bierdeckel und dann weitere Gegenstände auf das Kind. Das geschieht ruhig und immer in Rücksprache mit dem Kind in der Mitte. Wichtig: Es soll nie eine unangenehme Situation entstehen.
Das liegende Kind wird immer wieder gefragt, ob es spüren kann, an welcher Stelle es ,,belegt“ wird, und ob es herausfinden kann, welcher Gegenstand gerade auf den Körper gelegt wurde. Die Kinder wechseln sich danach gegenseitig ab, und in einer Abschlussrunde wird die Einheit besprochen: ,,Wie hast Du Dich in der Mitte gefühlt? An welchen Stellen Deines Körpers konntest du am besten spüren, was passiert ist? Gab es evtl. sogar Stellen, an denen Du gar nichts gespürt hast?“


Wattestäbchen

Wattestäbchen liegen für die Kinder bereit. Kind A schließt die Augen, während Kind B ein Wattestäbchen nimmt und sanft damit einige Stellen im Gesicht von Kind A berührt (Augen sind tabu). Kind A benennt nun immer wieder die Stelle, an der es berührt wird. Eventuell kann auch noch besprochen werden, an welchen Stellen das Wattestäbchen deutlich oder weniger deutlich zu spüren ist.


Finger fühlen

Es wird kein Material gebraucht. Jeweils zwei Kinder setzen sich hintereinander. Dann drückt das hintere Kind dem vorderen einen, zwei oder drei Finger auf den Rücken. Das vordere Kind rät nun, wie viele Finger auf den Rücken gedrückt wurden. Sollte die Übung nicht funktionieren, kann die Übung auch mit Druck auf den Arm ausgeführt werden.


Tastmemo

Hierzu sind ein paar Vorbereitungen nötig: Die stabile Pappe wird in gleich große Quadrate geschnitten. Jeweils zwei Quadrate werden mit demselben Material beklebt und bilden nun, wie bei Memory, ein Paar. Die Kinder setzen sich gemeinsam an einen Tisch. Einem Kind werden die Augen verbunden und es versucht, die Pärchen durch Tasten und Fühlen zu finden und zu sortieren. Das zweite Kind kann helfen, indem es die Hand des verbundenen Kindes führt.


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Atmung

Gemeinsam Fragen klären wie:

Was ist Atmung? Wozu brauchen wir die Atmung? Wie funktioniert Atmung? Wie man die Mundmotorik schulen?

Um die Atmung besser kennenzulernen wird die Atmung spielerisch visualisiert und mit Wasser und Luft experimentiert.

Station 1

                

Hierfür werden ein aufgeblasener Luftballon und eine auf dem Boden ausgebreitete Decke benötigt. Darauf legt sich nun ein Kind auf den Rücken. Anschließend legt es sich den Luftballon auf den Brustkorb. Alle Kinder können nun gut die Atmung beobachten, da der Ballon das Heben und Senken der Brust durch die Atmung verdeutlicht.

Variation: Die Mädchen und Jungen können testen, wie viel Luft sie in ihren Lungen haben. Dafür wird ein durchsichtiger Messbecher in eine große Schüssel mit Wasser getaucht. Er muss ganz mit Wasser gefüllt sein. Dann wird der Becher unter Wasser gedreht, sodass sein Boden nach oben zeigt und aus dem Wasser herausragt. Der Rand des Bechers bleibt aber unter der Wasseroberfläche. Ein Kind holt nun tief Luft und bläst kräftig mit einem Schlauch von unten in den Messbecher hinein.


Station 2:

Die Kinder machen ein Rennen: Dafür wird eine bestimmte Strecke festgelegt, und jedes Kind erhält einen Wattebausch oder Tischtennisball. Wer nun den Wattebausch oder Tischtennisball am schnellsten über die Strecke pustet, hat gewonnen.
Bei den Übungen zum Thema Atmung schulen die Kinder quasi nebenbei ihre Mundmotorik. Schließlich ist es nicht immer einfach, die Lippen so zu spitzen, dass sich der Wattebausch wie gewünscht bewegt.


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